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DAS BLAUMÄNNLE
 
BRAUCHTUM / Gerhauser arbeiten bei Schneefall über sechs Stunden am Aufbau
Größtes Funkenfeuer im Kreis
Weilemer führen Besucher mit brennenden Lampen und Baumstämmen zur Veranstaltung
Da hatte der Winter den Akteuren in Weiler und Gerhausen doch noch ein Schnippchen geschlagen. Zur Winteraustreibung am Funkensonntag zeigte er sich noch einmal mit seiner ganzen Macht und Schönheit.
MARGOT AUTENRIETH-KRONENTHALER
Trotz des vielen Schnees und der Kälte wurden am Wochenende an vielen Orten die Funkenfeuer entzündet. Für viele Besucher wurde das zu einem spektakulären Schauspiel. Am Sonntagabend hatten in Weiler und in Gerhausen die örtlichen Vereinsgemeinschaften Hand angelegt und einen großen Haufen an Paletten und alten Christbäumen aufgeschichtet. In Weiler führten brennende Öllampen und Baumstämme zum Ort des Geschehens ins Obere Wiesental. Wolfgang Dieminger, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft "d`Weilemer", erinnerte in einer kurzen Ansprache an die Wurzeln des alten Brauchs. Dieser soll sogar bis in die vorchristliche Zeit zurückreichen und mit einem Feuer- und Fruchtbarkeitskult zusammenhängen. Die andere, geläufigere Deutung ist die Vertreibung des Winters mit dem Feuer, das auch als Freudenzeichen auf den bevorstehenden Frühling gesehen werden kann. Heute hat das Ganze eher einen Eventcharakter.
Riesige Rauschschwaden
Als der Weilemer Haufen entzündet wurde, tat sich zunächst nicht viel. Mancher befürchtete, dass es wie 2010 gehen würde, als es mit dem Feuer einfach nicht klappte. Doch dem war nicht so. Riesige Rauchschwaden tauchten auf und hüllten alles ein. "Das sieht aus wie bei einem Vulkan", meinte ein Kind und hatte damit nicht ganz unrecht. Irgendwann loderte dann das Feuer und die Funken stieben in den Nachthimmel. In Gerhausen war ein gigantischer Berg an Paletten, Stroh und alten Christbäumen zusammengetragen worden. Seit Jahren gibt es in dem Blaubeurer Teilort das größte Feuer im ganzen Alb-Donau-Kreis. Die Vereinsgemeinschaft "D´Gerhauser" und die Freiwillige Feuerwehr sind Spezialisten in Sachen Funkenfeuer. "Auf den richtigen Aufbau kommt es an. Wir bauen Luftkanäle ein, die Paletten werden innen, die Christbäume rundherum aufgestapelt. So brennt das wie in einem Kamin", verrät Günter Schröder, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft "D´Gerhauser". "Und hier wird ohne jegliche Brandbeschleuniger gearbeitet", betonte er. Die Vereinsakteure hatten am Samstag bei Schneefall in sechseinhalb Stunden den Holz-Berg aufgetürmt. Auch die Christbäume aus Blaubeuren fanden in Gerhausen ihr Ende. "Wir haben zehn große Traktor-Anhänger an Material her gekarrt", berichtete Schröder. Es hatte sich gelohnt. Weithin sichtbar loderte das spektakuläre Feuer und schlug riesige Funkenwolken. Der Spielmannszug umrahmte die Veranstaltung musikalisch. Wie in Weiler so wurden auch in Gerhausen Speisen und Getränke gereicht, die von den zahlreichen Besuchern gerne angenommen wurden.
 
Erscheinungsdatum: 23.02.2018, Copyright Das Blaumännle
 
 
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