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DAS BLAUMÄNNLE
 
FINANZEN / Gemeinderat stellt sich einmütig hinter den Haushaltsplan der Stadtverwaltung
Debatte über den Bauboom
Freie Wähler und CDU wollen mehr Einwohner, Grüne warnen vor ökologischen Folgen
Die Blaubeurer Stadträte sehen zuversichtlich auf die städtische Entwicklung. Angesichts guter Einnahmen können zahlreiche Bau- und Sanierungsprojekte in der Stadt angepackt werden. Diskutiert wird über weitere Neubaugebiete.
THOMAS SPANHEL
Der erste große Gebäudekomplex der Firma Falch und reißender Absatz bei den ausgewiesenen Neubau- und Gewerbegebieten: Das sind wichtige Gründe, weshalb der Blaubeurer Gemeinderat positiv in die nächste Zukunft blickt. "Die Dinge haben sich recht erfreulich entwickelt", kommentierte Bürgermeister Jörg Seibold in seiner Haushaltsrede am Dienstagabend in der Stadthalle - und die vier Ratsfraktionen stimmten einhellig zu. Allerdings spalteten sich die Meinungen an der Frage, ob die Stadt auch künftig offensiv Neubaugebiete für Industrie und Häuslebauer ausweisen soll. "Unserer Auffassung nach sollen die Anstrengungen, in jedem Teilort ausreichend Wohnflächen anzubieten, konsequent weiterverfolgt werden", sagte Rainer Federle, Sprecher der Freien Wähler und ergänzte in Bezug auf die zurückliegende verhaltene Bau- und Siedlungspolitik: "Wir sind der Auffassung, dass wir am gegenwärtigen (Bau-)Boom zu wenig teilhaben." In der Innenstadt solle das gegenwärtige Feuerwehr-Areal in der Weilerstraße genauer untersucht werden. Wenn die Feuerwehr in einen günstiger gelegenen Neubau ziehe, ließe sich das Areal gut in innenstadt-nahe Wohngebäude umwandeln.
CDU: Bau einer Kalthalle
Die CDU plädiert für privatwirtschaftliche Modelle, um neue Baugebiete günstig zu erschließen: "Um den rasanten Bedarf decken zu können, müssen weitere Bauplatzerschließungen folgen", argumentierte CDU-Sprecher Reiner Baur - die Einwohnerzahl solle steigen. Auch die Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft als einer Tochtergesellschaft der Stadt könne sich die CDU vorstellen, um Investitionen in die städtische Infrastruktur und ins Gebäude-Management zu erleichtern. Trotz zahlreicher Investitionen in der Vergangenheit fehle es an Sportstätten. Man müsse mit der Planung zum Bau einer Kalthalle beginnen, forderte Baur. Für die Grünen argumentierte Frieder Bohnacker gegen die "zur Zeit sehr offensive Ausweisung" von Wohnbauland und Gewerbegebieten. Wenn im Tempo der vergangenen zehn Jahre landwirtschaftliche Flächen weiter bebaut würden, "wäre in 1000 Jahren alles zugebaut". Die Innenentwicklung in den Orten müsse Vorrang haben. Das komme auch der Lebens- und Wohnqualität in der Stadt zugute. Überhaupt würden sich Kauf- und Mietpreise nicht mehr parallel entwickeln, daher müsse man von einer Spekulationsblase bei den Hauspreisen sprechen. Hans-Jörg Kuhn plädierte für die SPD angesichts hoher Investitionen in den vergangenen und auch im kommenden Jahr für Zurückhaltung bei neuen kostenträchtigen Projekten: "Wir sollten darauf achten, dass die Verwaltung sich nicht zu viel aufbürdet." Weitgehend einig waren sich die Stadträte in der Beurteilung laufender und bereits anvisierter Projekte. Um die noch im Bau befindliche Gemeinschaftsschule mit ihren modernen Räumen würde die Stadt schon jetzt in den umliegenden Gemeinden beneidet, das sei ein "Leuchtturmprojekt", hieß es. Es sei gut, sich für die Belebung der Innenstadt externen Sachverstand zu holen und die Bürger bei der Neugestaltung des Blautopf-Areals mit einzubeziehen. Positiv wurde vermerkt, dass keine neuen Schulden gemacht werden müssen - bei hohen Investitionen im Bereich Bildung, in den Kindergarten in Pappelau, in die marode Unterkunft für Obdachlose oder in den Ausbau des schnellen Internets. Wichtig sei aber auch herauszufinden, wo die Stadt noch mehr Geld einsparen könne: Mittelfristig werde die Verschuldung der Stadt steigen - das müsse man vermeiden.
 
Erscheinungsdatum: 09.12.2016, Copyright Das Blaumännle
 
 
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