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NAHVERKEHR / FRAGE DER BAHNSTEIGHöHE IST JETZT GEKLäRT
Bahnhofs-Umbau beginnt wohl erst Ende 2019
Die Bahn hat den Baustart in Blaubeuren um mehr als ein Jahr verschoben. Ministerium und Stadt sind sich in der Frage der Bahnsteighöhe einig.
MATTHIAS STELZER
Blaubeuren·: Schneller und sicherer als bisher soll der Blaubeurer Bahnhof werden. Aus dem gemütlichen schwäbischen Halt, bei dem Reisende auch Gleise überschreiten, will die Deutsche Bahn die Anlage jetzt grundsätzlich modernisieren. Zugfahrer sollen künftig nicht mehr über das Gleis 1 hinweg zum Gleis 2 laufen, zum Zug nach Ulm.
2,5 Millionen Euro hat das Land aus dem Bahnhofsmodernisierungsprogramm für den Umbau zugesagt. Ursprünglich sollte im März 2018 mit den Arbeiten begonnen werden. Ein Termin, den die Bahn jetzt nicht halten kann, wie Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold am Montagabend bei einem Gespräch im Stuttgarter Verkehrsministerium erfahren hat. Zum Gespräch mit Minister Winfried Hermann und dessen Amtschef Uwe Lahl war Seibold gefahren, weil es zuletzt Irrungen und Wirrungen um die künftigen Bahnsteighöhen am modernisierten Blaubeurer Bahnhof gab. Nachdem die Pläne für den Umbau, die eine Erhöhung der Bahnsteige von heute 38 auf künftig 55 Zentimeter vorsehen, längst fertig waren, beschloss der Bahnvorstand im Schulterschluss mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, in Zukunft nur noch Bahnsteige in einer Höhe von 76 Zentimetern zu bauen.
"Es gab da teils diffuse Rückmeldungen. Wir hatten den Eindruck, dass das Projekt deshalb auf Eis liegt", beschreibt Jörg Seibold seine Motivation für den Ministeriumstermin. Dabei mache eine Erhöhung auf 76 Zentimeter in Blaubeuren gar keinen Sinn. Im Gegenteil, die Vorgabe widerspreche dem Ziel der Barrierefreiheit und den Plänen für die Regio-S-Bahn Donau-Iller, die auf eine einheitliche Höhe von 55 Zentimetern ausgelegt seien.


"Das wäre Humbug"

Und genau so sieht man das auch im Stuttgarter Ministerium. Die Behörde sträubt sich, wie etliche Verkehrsministerien in anderen Ländern, gegen die Vorgabe der 76 Zentimeter. "Das wäre Humbug. Zumal die Vorgabe vor allem für den Fernverkehr gedacht war und es einen solchen in Blaubeuren gar nicht gibt", sagt Ministeriumssprecher Edgar Neumann. Man müsse in Blaubeu ren jetzt entscheiden, um nicht den "Fahrplan der Regio-S-Bahn ins Schlingern zu bringen."
Jörg Seibold freut sich, dass "das Land uns voll unterstützt". Dennoch spricht er von einer "Teilzufriedenheit". Denn die Bahn habe bereits angekündigt, dass sich der Start der Bahnhofsmodernisierung mindestens bis ins vierte Quartal 2019 verschieben wird. Fast zwei Jahre Verspätung also. Mit der Fertigstellung ist so frühestens im Frühjahr 2021 zu rechnen.
Das ärgert sowohl Seibold als auch Lahl, der von "höchst ärgerlichen Verzögerungen" spricht. Wobei Edgar Neumann betont, dass man in Stuttgart schon erleichtert sei, dass die Bahn im Blaubeurer Fall die 55 Zentimeter zugesagt habe. Neumann: "Würde die Bahn auf 76 Zentimeter bestehen, müssten wir sagen, das machen wir nicht. Mit unserem Geld."
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Erscheinungsdatum:  12.01.2018, Copyright Das Blaumännle
 
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