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BERGE / SCHöLL-ALPE KANN VOM TSV BERGHüLEN GERADE NICHT GENUTZT WERDEN
Skihütte am Grünten abgehängt
Lifte sind wegen Zahlungsunfähigkeit nicht in Betrieb
Weil die Lifte in Kranzegg nicht in Betrieb gehen, kann der TSV Berghülen die "Schöll-Alpe" in dieser Saison nicht belegen. Der vorläufige Insolvenzverwalter sieht aber Chancen für die Betriebs-GmbH.
JOACHIM STRIEBEL
Berghülen/Kranzegg·: Der Grünten gilt als "Wächter des Allgäus". Markant erhebt sich der 1773,9 Meter hohe Berg am Nordrand der Allgäuer Alpen. Oben thronen ein Gebirgsjägerdenkmal und ein Sendeturm des Bayerischen Rundfunks. Der Berg mit seiner guten Aussicht ist bei Wanderern und Skifahrern beliebt. 25 Jahre lang, von 1977 bis 2002, fühlten sich dort Mitglieder und Freunde des Skiclubs Gerhausen wohl, der Verein hatte die "Schöll-Alpe", eine ehemalige Sennhütte, gepachtet und mit viel Eigenleistung umgebaut. Nachdem der Skiclub von Rettenberg-Kranzegg nach Ofterschwang-Sigiswang in den größeren "Gritthof" gewechselt war, wurde 2004 der TSV Berghülen Pächter der mitten im Skigebiet gelegenen Hütte.
Derzeit hat die Skiabteilung des TSV wenig Freude mit der Hütte, die im Winter nur per Lift und über Skipisten erreichbar ist. Denn sämtliche Anlagen der Grüntenlifte Betriebs-GmbH ruhen wegen Zahlungsunfähigkeit. "Wenn Schnee liegt, kommt man nicht hoch", sagt Oliver Borsdorf, der Vorsitzende des TSV Berghülen. Es sei denn, man schnallt sich Tourenskier oder Schneeschuhe unter die Füße und bewältigt so - mit Gepäck - den Anstieg von Kranzegg (900 Meter) bis zur 1200 Meter hoch gelegenen Hütte. An Silvester haben das einige Sportler gemacht. Aber an vereinseigene oder andere Gruppen vermieten kann der TSV die Hütte derzeit nicht. "Das ist ärgerlich", sagt Oliver Borsdorf.


Kein Geld geflossen

In dieser Saison wird sich daran wohl auch nichts mehr ändern. "Es sieht im Augenblick nicht gut aus", sagt Rechtsanwalt Florian Zistler. Im November hatte das Amtsgericht Kempten den Sanierungsexperten von der Ulmer Sozietät Pluta zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Grüntenlifte Betriebs-GmbH bestellt. Zunächst bestand noch die Hoffnung, den Liftbetrieb mit dem ersten Schnee starten zu können. Denn der Schweizer Gregor Wallimann, der sich in Kranzegg als großer Investor vorgestellt hatte, wollte Geld in die Erneuerung der Liftanlagen und in den Bau eines Restaurants stecken. Doch zugesagte Mittel sind laut Florian Zistler auch bis jetzt noch nicht eingegangen.
Die Skiabteilung des TSV Berg hülen war im Herbst noch von einem gewöhnlichen Skibetrieb am Grünten in der Saison 2017/2018 ausgegangen. Wie Abteilungsleiter Harald Dick berichtet, haben Mitglieder im Oktober, wie all die Jahre zuvor, Brennholz und Getränke für den Winter in der Schöll-Alpe eingelagert - ohne Schnee ist die Anfahrt mit Allradfahrzeugen möglich. "Wir wären im Winter voll ausgebucht gewesen", sagt Dick. Er ärgert sich, dass die Familie Prinzing als Verpächterin der Hütte und Betreiberin der Liftanlagen den Verein nicht informiert hat. "Wir haben übers Internet erfahren, dass der Lift nicht läuft", sagt Harald Dick, dessen Abteilung die Schöll-Alpe stets in Schuss gehalten, eine Dusche und eine Eckbank eingebaut und zu Beginn des Pachtverhältnisses sich am Bau einer Pflanzenkläranlage beteiligt hat. Der Vereinsrat des TSV wolle nächste Woche das weitere Vorgehen beraten, kündigt Oliver Borsdorf an.
Offen ist derzeit die Zukunft der Grüntenlifte. Das Gericht habe noch kein Insolvenzverfahren eröffnet, berichtet Florian Zistler. "Interessenten gibt es mehr als genug", sagt der Anwalt. Für eine Lösung müssten ein Investor und die Familie Prinzing, zu deren Privatvermögen wichtige Teile der Anlagen gehörten, zusammenarbeiten.
Für den Sanierungsexperten ist klar, dass sich Lifte am Grünten nicht bei reinem Saisonbetrieb rechnen. Eine "vernünftige Auslastung" ergebe sich nur, wenn auch im Sommer was laufe. Der Berg, der auch von Ulm aus gut erreichbar sei und einen tollen Rundumblick biete, habe Potenzial.
Die Gemeinde Rettenberg, die auf den Tourismus baut, sei sehr aufgeschlossen, berichtet Florian Zistler. Er hat von Interessenten ganz unterschiedliche Vorschläge gehört, die von Fun-Sportarten am Berg bis zum ökologischen Bergdorf reichen. "Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt", sagt Zistler, zumal in Bayern der Bau von Bergbahnen mit einem Zuschuss von bis zu 30 Prozent gefördert wird.
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Erscheinungsdatum:  12.01.2018, Copyright Das Blaumännle
 
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