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HISTORIE / WALTER KLINGLER AUS SONDERBUCH LIEGT VIEL AN DER HüLE IN ASCH
"Wasser muss beweglich sein"
Stadt plant Sanierung für 575 000 Euro - Bauarbeiten könnten im Mai starten
In die seit Herbst triste Ortsmitte von Asch soll bald Bewegung kommen. Walter Klingler hofft, dass die Hüle möglichst naturnah umgestaltet wird. Denn das Naturgewässer ist identitätsstiftend für den Ort.
KARIN MITSCHANG
ASCH·: "So muss man das machen", sagt Walter Klingler und zeigt auf Fotos von der Zaininger Hüle. "Das ist vorbildlich." Im Ortsteil von Römerstein im Landkreis Reutlingen ist das Stillgewässer sehr naturnah ausgebaut, hat bis zu 20 Zuläufe und wird nicht künstlich durch Betonmauern eingefasst. "Der Rand ist beweglich. Wasser muss beweglich sein", sagt der ehemalige Mechanikermeister, der inzwischen in Sonderbuch wohnt und sich eine naturnahe Gestaltung auch für die Ascher Hüle wünschen würde, die in diesem Jahr für rund 575 000 Euro neu gestaltet und aufgewertet werden soll (siehe Infobox).
Zumal sie namensgebend für den Blaubeurer Teilort und seit jeher der Mittelpunkt des Dorflebens war, wie Klingler darlegt - und nicht erst, seitdem er mit anderen vor zweieinhalb Jahrzehnten das erste Hülenfest auf die Beine gestellt hat. Denn "Asch" bedeute in den alten deutschen Sprachen Mulde, Napf, Wanne oder Schüssel, hat der Senior recherchiert. Dass der Ortsname einsilbig ist, beweise im Übrigen das hohe Alter, denn die später, etwa in der Merowinger Zeit, gegründeten Orte haben beispielsweise Namensendungen wie "-ingen".
Die Ascher Hüle ist eine Naturhüle, in die sich Grundwasser aus der Umgebung von unten und seitlich drückt. Hülen gibt es durch hohe wasserführende Schichten auf der Schwäbischen Alb öfter, so sind um Asch noch mehrere Feldhülen existent. Zusammen mit den vier alten Brunnen im Ort haben sie vor dem Bau von Pumpwerken die Wasserversorgung sichergestellt.
Das Besondere hier sei, dass die Ascher Hüle ab einer bestimmten Wassermenge über einen natürlichen Erdfall in den Karst abläuft und letztlich "alloi ens Schdeinhäule na" läuft, wie Klingler schreibt. Er meint das Klärwerk Steinhäule bei Neu-Ulm, wo auch das Wasser von der Alb hinläuft. Um den Teich besser nutzen zu können, haben die Menschen ihn im Lauf der Jahrhunderte immer wieder verändert, und auch die Größe reduziert, wie Klingler anhand einer alten Ortszeichnung nachweist. Als Viehtränke, aber auch für die Feldbewässerung entnahmen die Bewohner Wasser, die Hüle war einst per Fasswagen befahrbar. "Wieviele Baumaßnahmen die Hüle schon erdulden musste, kann man nur erahnen", sagt der Senior, der vergangene Woche den nicht mehr so idyllischen Ascher Mittelpunkt besichtigt hat. Denn im Herbst wurden die großen Pappeln gefällt, und die Seiten der Anlage wurden von den Baumwurzeln beschädigt, das Wasser sieht schmutzig aus.


Sorgen gemacht

"Mit jeder technischen Änderung wird der Hüle die Natürlichkeit genommen", sagt der Sonderbucher, der sich Sorgen gemacht hat, nachdem er gehört hatte, dass Angebote für eine Art Wanne eingeholt worden waren. "Das ist ein Witz, das kann man nicht machen, das Grundwasser hätte diese angehoben", ist sich der Senior sicher. Doch von der Wanne sei man offenbar abgekommen.
Wie berichtet, sollen neue Bäume gepflanzt und Bänke aufgestellt werden, eine Natursteinmauer soll gebaut und der Boden schöner gestaltet werden. Aus hydraulischen Gründen sei es viel zu teuer, den Ablauf des etwa drei Meter tiefen Himmelsweihers ans öffentliche Kanalnetz anzuschließen, hatte ein Fachmann im Gemeinderat informiert (wir berichteten). Daher soll das Wasser aus der Hüle wie bisher im Erdfall versickern, muss aber vorher gereinigt werden. Dass die Sanierung von einem eigenen Arbeitskreis des Gemeinderats beraten wird, sieht der besorgte "Ex-Hoga" positiv. Wichtig für Walter Klingler: "Das Wasser muss frei rein und frei überlaufen können."
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Erscheinungsdatum:  09.02.2018, Copyright Das Blaumännle
 
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