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ENTWICKLUNG / IN SEIßEN ENTSTEHT EIN VERDICHTETES WOHNQUARTIER
Energieautarke Häuser
Sehr variable Planung und günstige Preise als weitere Vorteile
Der Gemeinderat hat einer verdichteten Bebauung im Wohngebiet "Steigziegelhütte IV" zugestimmt. Mindestesn 17 Häuser in Holzbauweise werden zu günstigen Konditionen entstehen. Und sie sind energieautark.
PETER SCHUMANN
blaubeuren·: "Der zweite Vorschlag überzeugt mich sehr. Ich werde deshalb den Verwaltungsvorschlag ändern und diesen Entwurf vorschlagen." Es kommt nicht alle Tage vor, dass Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold bei einem Tagesordnungspunkt umschwenkt. Am Dienstag war aber so ein Tag. Zu überzeugend präsentierte Architekt Wolfgang Bühler seinen Entwurf für eine verdichtete Bauweise im Seißener Baugebiet "Steigziegelhütte IV". Dort wünschte der Gemeinderat auf einer Teilfläche von 6200 Quadratmetern eine Bebauung mit Häusern vor allem für junge Familien, die auch erschwinglich sein sollen. Hatte die Verwaltung erst eine andere Variante mit einer Teilbebauung mit acht Wohnhäusern zu je 490 000 Euro vorgeschlagen, so änderte Seibold seine Meinung nach der Präsentation. Und auch der Gemeinderat (eine Gegenstimme) sah den Bühler'schen Entwurf weit vor den beiden anderen.
Die genehmigte Planung sieht 17 quadratische Kettenhäuser vor, die in ihrer Ausführung sehr variabel sind, wie Bühler betonte. Die kleinste Variante kostet bei einer reinen Wohnfläche von knapp 130 Quadratmetern 350 000 Euro. Das Haus wird komplett aus Holz gebaut, dank Photovoltaik auf dem Dach und entsprechender Speicher im Haus sei es energieautark und habe keinerlei CO2-Ausstoß, betonte der Architekt. Je drei Häuser bilden einen Wohnkomplex, wobei die Garagen im Erdgeschoss quasi im Haus eingebaut sind. Im Obergeschoss kann wahlweise über der Garage eine Terrasse gebaut werden oder weiterer Wohnraum. Das mittlere Haus kann zusätzlich um ein Miniappartement (etwa für die betagten Eltern oder ein erwachsenes Kind) erweitert werden. Die trotz verdichteter Bebauung lockere Anordnung der Gebäude ermöglicht eine Gemeinschaftsfläche in der Mitte der Baufläche.
Diese Planung hat Architekt Bühler eigenen Worten zufolge "mit heißer Nadel gestrickt", weil er erst vor wenigen Wochen von dieser Bebauung erfahren habe. In Nachtschichten habe er seinen Entwurf angefertigt. Deshalb hatte die Verwaltung auch zu wenig Details bei der Beurteilung zur Verfügung. Genauso wie der Seißener Ortschaftsrat, der sich eigentlich für den ursprünglichen Verwaltungsvorschlag mit acht Häusern ausgesprochen hatte. Ortsvorsteherin Barbara Rüd sowie der CDU-Gemeinderat und Seißener Ortschaftsrat Hubert Bold signalisierten, dass der Ortschaftsrat bei Kenntnis aller Details dem Bühler'schen Entwurf zustimmen könnte. Bei der dritten Variante war eine Bebauung mit 24 Häusern vorgesehen, was fast allen Gemeinderäten doch zu viel war.
"Rundum zufriedenstellend" nannte Ursula Sigloch (SPD) den Entwurf, Bold sprach bersonders die "optimale Ausnutzung" an. Und Frieder Bohnacker Grüne) urteilte, dass sich "Variante zwei in seinen Vorzügen deutlich abhebt". Nachdem auch die Freien Wähler diese Variante bevorzugten, war die Entscheidung klar. Gemeinderätin Christel Seppelfeld (SPD), an den Architekten gewandt: "Sie sind nicht nur ein guter Architekt, sie sind auch ein guter Verkäufer." Doch es gab wohl keinen im Gremium, der sich über den Tisch gezogen fühlte.
    Die Beteiligten
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Erscheinungsdatum:  09.02.2018, Copyright Das Blaumännle
 
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