Hier gelangen Sie zur Homepage der Stadt Blaubeuren swp.de
   



Lokales
Sport


Mitteilungen





 
 
LOKALES
 
REFORMATION / BEZIRK BLAUBEUREN PLANT DISKUSSION MIT VERTRETERN DER KIRCHENLEITUNG
Außer Thesen noch was gewesen
In Seißen geht es um Stellungnahmen der Gemeinden und weitere Fragen
Der Direktor des Oberkirchenrats Stefan Werner und die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz stellen sich am 23. März in Seißen Fragen der Basis. Eine Folge des Thesenanschlags vom Reformationstag 2017 in Blaubeuren.
JOACHIM STRIEBEL
Blaubeuren·: 500 Jahre nach Martin Luther haben Gemeinden des Evangelischen Kirchenbezirks Blaubeuren Thesen zur Lage der Kirche angeschlagen. "Unsere Landeskirche muss im 21. Jahrhundert demokratischer werden", hieß es beispielsweise auf einem Papier aus Munderkingen, das zusammen mit vielen anderen Zetteln am Reformationstag 2017 an eine Tür des Blaubeurer Klosters geheftet wurde. "Wir wenden uns gegen zu viel Hierarchie und Bürokratie in unserer Kirche", hieß eine These aus Blaustein und Herrlingen. "Schluss mit den Pfarrplänen und jeder Gemeinde einen eigenen Pfarrer", lautete ein Forderung aus Machtolsheim. Berghülen formulierte: "Die Kirche muss die Liebe, die sie anderen predigt, selber leben. Spürbar. Auch nach innen." Und das Statement aus Gerhausen lautete: "Reformation heißt bis heute: Immer wieder Konzentration auf das Wesentliche."
Ist nach dem Ende des Reformationsjahrs außer Thesen nichts gewesen? Nein, meint der Blaubeurer Dekan Frithjof Schwesig. Er plant zusammen mit Ulrike Kammerer, der Geschäftsführerin des Evangelischen Bildungswerks Alb-Donau, eine Veranstaltung, bei der die Thesen der Gemeinden und weitere Fragen mit Vertretern der Kirchenleitung diskutiert werden sollen. Für den Termin am Freitag, 23. März, 18 Uhr, in der Mehrzweckhalle in Seißen haben der Direktor der Oberkirchenrats Stefan Werner und die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz zugesagt. Werner ist juristischer Stellvertreter, Wulz ist theologische Stellvertreterin des Landesbischofs.
Geplant ist keine Podiumsdiskussion. "Da würden die ja wieder oben sitzen", sagt Ulrike Kammerer. Werner und Wulz sollen in der Halle in der Mitte sitzen, die Besucher drumherum. Die Gemeinden können im Vorfeld über ihre Thesen hinaus Fragen formulieren, Kammerer wird diese an die Vertreter der Kirchenleitung richten. Besucher können aber auch direkt Stellungnahmen abgeben. Die Diskussion könne für beide Seiten eine Chance sein, meint Kammerer. "Vielleicht haben wir ein neues Format erfunden, das gerade dran ist", sagt Schwesig, der auf rege Beteiligung hofft.
Der Dekan hat sich die 26 Thesen der Kirchengemeinden und Einrichtungen des Kirchenbezirks genau angesehen. Er fasst zusammen: Es herrscht die Sorge, dass sich die Kirche aus dem ländlichen Raum zurückzieht. Die Gemeinden machen sich Sorgen um die Pfarrer, die hoch belastet sind und auf die mit der Umsetzung des Pfarrplans noch mehr Aufgaben zukommen. Es wird befürchtet, dass Ehrenamtliche, von denen manche schon am Limit sind, sich überlasten. Und es besteht das Gefühl, von der Kirchenleitung nicht richtig wahrgenommen zu werden. "Es wird gut tun, das alles in den Raum zu stellen", sagt Schwesig im Blick auf die Veranstaltung in Seißen.
Viele der Thesen seien nach innen gerichtet, beschäftigten sich also mit der Kirche selbst. Es seien am Reformationstag aber auch Thesen angeschlagen worden "im Blick auf die Welt, wo man die Kirche braucht". So hatte der Diakonieverband geschrieben: "Wir Christinnen und Christen lassen uns von der Menschenfreundlichkeit Gottes anstiften und machen uns dafür stark, dass alle Menschen in Würde leben können. Wir glauben, dass wir stärker werden, wenn wir Schwachen helfen."
zurück
Erscheinungsdatum:  09.02.2018, Copyright Das Blaumännle
 
    nach oben  
 
 
Content-Partner von www.swp.de